Wer sind wir? Wo kommen wir her? Wohin gehen wir? Was erwarten wir? Was erwartet uns? Viele fühlen sich nur als verwirrt. Der Boden wankt, sie wissen nicht warum und von was. Dieser ihr Zustand ist Angst, wird er bestimmter, so ist er Furcht.
Einmal zog einer aus, das Fürchten zu lernen. Das gelang in der eben vergangenen Zeit leichter und näher, diese Kunst ward entsetzlich beherrscht. Doch nun wird, die Urheber der Furcht abgerechnet, ein uns gemäßeres Gefühl fällig. Es kommt darauf an, das Hoffen zu lernen. Seine Arbeit entsagt nicht, sie ist ins Gelingen verliebt statt ins Scheitern.
Ernst Bloch

Man könnte glauben, dass diese Gedanken über das „Prinzip Hoffnung“ erst kürzlich geschrieben wurden – als Reaktion auf die Situation (politisch, wirtschaftlich, ökologisch, ...), in der wir uns mit der von uns gemachten Welt derzeit befinden. Ausgehend von den Umwälzungen der jüngsten Vergangenheit und der Ungewissheit ihrer Zukunft und ihres Endes ist das 24. Osterfestival Tirol einem der erklärten Grundrechte des Menschen gewidmet: der Freiheit. Musik, Tanz, Performance, Film und Gespräche sind Kunstformen, in denen kritisch und ironisch, vielleicht auch witzig und feinsinnig das Thema betrachtet wird. Neben Arvo PÄRTs Credo (1968), Jordi Savalls musikalischer Inszenierung von Macht und Glaube, BACHs Johannespassion und Werken des großen Schweizer Komponisten Klaus HUBER entfaltet sich uns der Wille nach Freiheit, Ordnung und Harmonie auch in traditioneller klassischer Musik des Iran, aus Afghanistan und Korea. Mit dem gelegentlich schon entsetzlichen Zwang zum Glück (smiley) und der Pseudo-Freiheit unserer Wellness-Gesellschaft spielen Tanz und Performance aus Japan, Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien.

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