Morgen-Raga
Uday Bhawalkar – Dhrupad-Gesang
Pratap Awad – Pakhawaj
Romina Lischka – Tanpura
Ragas sind oft einer bestimmten Tageszeit (z.B. Todi – Morgen-Raga, Desh – zwischen 21 und 24 Uhr) oder Situation (z.B. Megh – Regen-Raga, Basant – Frühling) zugeordnet und spiegeln die emotionale Qualität des Moments wider.
Die organisierte indische Musik verdankt ihren Ursprung dem Samagana – dem Singen der Samaveda-Schriften zu musikalischen Mustern. Die älteste Form der klassischen indischen Musik, die heute existiert, ist der Dhrupad. Es heißt, dass er aus einer noch älteren religiösen Musikform, Prabandha (2. bis 7. Jh. n. Chr.), hervorgegangen ist. Die Sprache von Prabandha war vor allem Sanskrit, während Dhrupad hauptsächlich mittelalterliches Hindi oder Brijbhasha (zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert als Madhyadesiya bekannt) verwendet. Heute wird auch das moderne Hindi verwendet.
Dhrupad ist die erste Form der indischen Musik, bei der Text bzw. Lyrik ein grundlegender Bestandteil ist. Es ist die feine Mischung zwischen der Melodie und den poetischen Qualitäten des Dhrupad, die ihm seine Einzigartigkeit verleiht. Wenig bekannt ist, dass der Tanz bis vor kurzem die übliche Begleitung des Dhrupad war. Neben der Vokalmusik ist das uralte Instrument Rudra Veena sehr stark mit diesem Genre verbunden. Die Aufführung weist den gleichen Reichtum an melodischen Nuancen und raffinierten Entwicklungen auf. Der Dhrupad folgt in der Regel einer vierteiligen Struktur aus sthai, antara, sanchari und abhog und wird in vier Stilen – Banis – gesungen – Gaurhar, Dagur, Khandhar und Nauhar – ursprünglich benannt nach der Sprache oder dem Dialekt. In späteren Jahren bezeichneten die vier Banis stilistische Unterschiede. Heute gibt es nur noch drei große Schulen des Dhrupad: Betia, Darbhanga und Dagar. (Uday Bhawalkar)