Uncanny Valley Rimini Protokoll
Thomas Melle
Die Entwicklung von Maschinen und künstlicher Intelligenz ist seit jeher Inspirationsquelle für Künstler*innen– als Chance wie auch als Gefahr vor allem, wenn sie vermenschlicht wird. Bei der Herstellung humanoider Roboter nimmt Asien eine Vorreiterrolle ein. Die äußerliche Ähnlichkeit zu Menschen soll die Akzeptanz erleichtern, weckt aber auch Misstrauen – eine Akzeptanzlücke: „Uncanny Valley”.
Unheimliches Tal geht dem Verhältnis von Maschine-Mensch sowie den damit verbundenen Fragen auf den Grund. Alles scheint ganz normal, Thomas Melle auf einer Lesereise: ein Stuhl, ein Tisch für den Laptop, ein Wasserglas. Darsteller ist jedoch das bis ins Detail nachgebaute Double des Autors. Löst seine Mimik, Gestik, Sprache, das Gesagte Empathie aus und wenn ja, zu wem: zum fragilen Menschen oder zur Maschine? Melle gibt bewusst die Kontrolle an den Androiden ab. Über den Einsatz des Roboters hofft er den durch seine manisch-depressiven Schübe hervorgerufenen Kontrollverlust zurückzugewinnen.
Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel haben im Jahr 2000 das Künstlerkollektiv Rimini Protokoll gegründet. Sie tragen seither dazu bei, durch neue Perspektiven auf die Wirklichkeit das Theater zu erweitern. Thomas Melle schreibt Stücke und Romane. Mit Die Welt im Rücken war er 2016 bereits zum zweiten Mal auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Konzept/Text/Regie: Stefan Kaegi
Text/Körper/Stimme: Thomas Melle
Ausstattung: Evi Bauer
Animatronik: Chiscreatures Filmeffects GmbH
Herstellung und Art Finish des Silikonkopfes / Koloration und Haare: Tommy Opatz
Dramaturgie: Martin Valdés-Stauber
Video Design: Mikko Gaestel
Musik: Nicolas Neecke
Produktionsleitung Rimini Protokoll / Touring: Epona Hamdan
Licht Design / Touring: Robert Läßig
Sound- und Video Design / Touring: Jaromir Zezula
Diese Rimini Protokoll Produktion ist eine Übernahme von den Münchner Kammerspielen. Entstanden in Koproduktion mit Berliner Festspiele – Immersion, donaufestival (Krems), Feodor Elutine (Moscow), FOG Triennale Milano Performing Arts (Milano), Temporada Alta – Festival de Tardor de Catalunya (Girona), SPRING Utrecht