All the good (2019) Needcompany
Jan Lauwers
Für die am wenigsten Begüterten unter uns ist die Identität manchmal der einzige Lebensretter und die einzige Form der Selbstachtung. Aber sie ist ein falsches Bild. Es ist ein unehrliches Bild, und in den Händen nationalistischer Kräfte kann es zerstörerisch werden. Künstler müssen alles in ihrer Macht stehende tun, um sicherzustellen, dass ihre „Poetik“ eine kraftvolle Antwort auf die alles verschlingende politische Erstickung ist, in der wir uns jetzt befinden. (Jan Lauwers)
Zum ersten Mal kommt Jan Lauwers, ein Jahr später als geplant, nach Tirol. Seine Needcompany gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten und wegweisendsten Theater bzw. Performancegruppen Europas. Jan Lauwers Stücke setzen sich mit dem Leben in unserer Zeit sowie autobiographischen Momenten auseinander, so auch All the Good, in dem vier Familienmitglieder spielen. Im Zentrum stehen Verlust, Hoffnung und Liebe. Eine Liebesgeschichte in einer Zeit, in der Europa seine Werte opfert, und eine große Gruppe von Menschen Hass und Unverständnis erliegt. Die Geschichte einer Künstlerfamilie mit ihren alltäglichen Sorgen und dem allgegenwärtigen Tod, der sich sowohl in der Abgeschiedenheit ihrer Heimat als auch in der Außenwelt gnadenlos aufdrängt. Ein unvergesslicher, aufwühlender und berührender Abend.
Needcompany
Text, Regie, Bühnenbild: Jan Lauwers
Musik: Maarten Seghers
Mit Grace Ellen Barkey, Romy Louise Lauwers, Victor Lauwers, Jan Lauwers, Inge Van Bruystegem, Benoît Gob, Elik Niv, Jules Beckman, Simon Lenski, Maarten Seghers, George van Dam
Lichtdesign: Ken Hioco, Jan Lauwers