Das österreichische Vokalensemble Cantando Admont widmet sich zwei Werken, die über Jahrhunderte hinweg auf die existenzielle Erfahrung von Trauer und Hoffnung antworten. Johannes Ockeghems um 1460 entstandenes Requiem gilt als erste vollständige Totenmesse der Musikgeschichte, die eine zeitlose Klangsprache entfaltet. Ernst Krenek komponierte seine Lamentatio Jeremiae Prophetae 1941/42 im Exil in den USA. Sie spiegelt in ergreifender Vokalpolyphonie persönliche und historische Brüche des 20. Jahrhunderts: ein musikalisches Lamento über Verlust, Exil und Sehnsucht.

Ockeghem war für Krenek ein radikaler, eigenständiger Künstler. Dessen Isolation verglich Krenek mit dem eigenen Stand als Nonkonformist und sah darin einen gemeinsamen geistigen Weg. In der Lamentatio Jeremiae Prophetae lässt Krenek Ockeghems Renaissance-Techniken mit der Zwölftontechnik verschmelzen. Gemeinsam eröffnen die Werke einen musikalischen Raum, in dem Klage und Trost, Verzweiflung und Zuversicht in unmittelbarem Dialog stehen.

Cantando Admont
Friederike Kühl, Elina Viluma-Helling – Sopran
Johanna Zachhuber, Cornelia Sonnleithner – Alt
Hugo Paulsson Stove, David de Winter – Tenor
Piotr Pieron, Ulfried Staber – Bass
Ltg: Cordula Bürgi

Programm:
Johannes OCKEGHEM Requiem
Ernst KRENEK Lamentatio Jeremiae Prophetae, op. 93

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