Diese Reihe kurzer Orgelkonzerte soll sowohl auf das ORGELfest 2020 als auch auf Olivier Messiaens Visions de l’Amen (Gründonnerstag 18.04.2019 • Markus Hinterhäuser und Igor Levit) und Et exspecto (Karsamstag 20.04.2019 • Windkraft – Kapelle für Neue Musik) hinweisen. Im Zentrum stehen sein Zyklus Les Corps glorieux. Sept Visions brèves de la Vie des Ressuscités pour Orgue/Die verklärten Leiber. Sieben kurze Visionen über das Leben der Auferstandenen für Orgel (1939) sowie Werke zur Fastenzeit von Johann Sebastian Bach und Zeitgenossen.

César FRANCK (1822-1890)
Prélude, Fugue et Variation h-Moll, op. 18 (1860-1862)
Prélude – Lent – Fugue – Variation

Olivier MESSIAEN (1908-1992)
Aus Les Corps glorieux (1939)
II. Les eaux de la grace/Die Wasser der Gnade

Der „Strom der Gnadenwasser“ wird hier symbolisiert durch ein 4’-Ostinato im Pedal, welches in der linken Hand in kleineren Notenwerten umspielt wird, während in der rechten Hand eine harmonisierte Melodie erklingt. Den besonderen Reiz dieses Satzes macht die ungewöhnliche Registrierung mit ihrer Oktavverdoppelung der Melodie durch ein 16’-Register und die Terz- und Quintmischung aus. Nach 29 Takten bricht der Satz ohne echten Schluss ab, die Melodie könnte bis in die Unendlichkeit fortgeführt werden. Der vom Komponisten hinzugesetzte Untertitel dieses Satzes lautet in der deutschen Übersetzung: „Das Lamm inmitten des Thrones wird die Auserwählten zu den Wassern des Lebens führen.“ (Offenbarung Johannes 7, 17)

VII. Le mystère de la Sainte Trinité/Das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit

Im Gegensatz zu Messiaens Orgelzyklus La Nativité du Seigneur erfahren die Corps glorieux einen ruhigen und meditativen Abschluss. Die Dreifaltigkeit wird symbolisiert durch die Dreistimmigkeit des Satzes. Außergewöhnliche Registrierungen (32’ im Pedal gegen 16’ und 2’ im Récit) dominieren diesen Satz, der als Vorgeschmack (jedoch nicht in klanglicher Hinsicht) auf den Orgelzyklus Meditations sur le Mystere de la Saint Trinite gelten darf. Der vom Komponisten hinzugesetzte Untertitel dieses Satzes lautet in der deutschen Übersetzung: „Allmächtiger Vater. Mit deinem eingeborenen Sohn und dem heiligen Geist bist du ein Gott. Nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in der Dreifaltigkeit einer Wesenheit.“ (Präfation vom Sonntag Trinitatis)

Johann Sebastian BACH (1685-1750)
Präludium und Fuge a-Moll, BWV 543

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