Um das Evangelium erzählen zu können, musste ich mich daher in die Seele eines Gläubigen versenken. Das ist die indirekte freie Rede (le discours indirect libre): Einerseits ist die Handlung durch meine eigenen Augen gesehen, andererseits durch die Augen eines Gläubigen.

Pasolini folgt in seinem 1964 entstandenen und berühmten Il Vangelo Secondo Matteo dem Matthäus-Evangelium. Er zeigt sein individuelles Bild dieser Heilsgeschichte, in dem – so wie in vielen seiner Filme – vor allem der soziale Aspekt Christi Botschaft (Leben, Sterben und Auferstehung) herausgearbeitet wird. Jesus ist ein Provokateur, seine Predigten radikal, er steht für ein Leben auf Erden wo Gerechtigkeit und Brüderlichkeit den Menschen bewegen und leiten. Die Besetzung des Films ist eine Mischung von professionellen Schauspielern, aber auch Laien, darunter Freunde, Bekannte sowie seine Mutter – in der Rolle der Maria.

Regie: Pier Paolo Pasolini
Darsteller: Enrique Irazoqui (Christus), Margherita Caruso (Die junge Maria), Susanna Pasolini (Die alte Maria), Marcello Morante (Joseph), Mario Socrate (Johannes der Täufer)